Kulturelle Informationen
 

Vinca

Eine Siedlung aus dem Neolithikum

Offizielle Vinca-Seite: www.vinca.edu.yu
Interessante Vinca-Seite: www.rastko.org.yu
Verweise zu Literatur über dieses Thema finden Sie am Ende dieser Seite.

Vinca

Die Ausgrabungsstätte Vinca befindet sich ca. 15 km von Belgrad donauaufwärts am rechten Flußufer. Wie so viele archäologische Lokalitäten, wurde auch diese durch Zufall entdeckt: Ein Hochwasser unterspülte einen Hügel am Ufer und bei dem nachfolgenden Erdrutsch wurden unbekannte Gegenstände und Artefakte freigelegt. Dank des Einsatzes des Archäologen Miloje Vasic, der sofort das ganze Gebiet pachtete, konnten Anfang des 20. Jh. umfangreiche Ausgrabungen beginnen. Mit Unterbrechungen dauerten sie bis 1934, wurden dann im Jahr 1978 erneut aufgenommen und dauern noch an.
Der ca. 11 m hohe Hügel birgt mehrere übereinander liegende Kulturschichten, die vom frühen Neolithikum (Starcevo-Kultur) bis zur Bronzezeit (Vatina-Kultur) reichen. Sie zeugen von kontinuierlichem Leben in dieser Siedlung in einem Zeitraum von ca. 3000 Jahren.
Die Blüteperiode der Vinca-Kultur fällt in die Zeit zwischen ca. 4500 und 3500 v. Chr., als der Ort zum Wirtschafts-, Kultur-, und Religionszentrum eines für damalige Verhältnisse riesigen Gebietes wurde. Dieses erstreckte sich von Transylvanien bis zum makedonischen Skopje und von Ostbosnien bis Sofia.

Funde

Der reiche Fundschatz umfaßt Werkzeuge und Waffen aus Stein, Horn und Knochen, Gefäße für den alltäglichen Gebrauch und rituelle Vasen, Schmuck aus Muschelfossilien sowie eine Vielzahl z.T. sehr anmutiger Figurinen. Darunter befindet sich auch dieser Kopf, dem von machen Archäologen bereits Portraitcharakter zugestanden wird.
 
Aus: Vinca u praistoriji i srednjem veku,
Galerija SANU, Beograd 1984
Diese Vase ist ohne Töpferscheibe gefertigt worden. Man hat inzwischen auch herausgefunden, wie trotzdem diese gleichmäßige Formgebung ermöglicht wurde: Durch Beimischung von Heu und gestoßenen Keramikscherben erhielt man einen leichteren Ton, der nach der Modellierung nicht unter seinem eigenen Gewicht wieder zusammenfiel.
Im Bereich der Ausgrabungsstätte wurde auch eine serbische Nekropole entdeckt, die zwischen dem 8. und 17. Jahrhundert in Gebrauch war, und in der vier Bestattungshorizonte unterschieden werden können.
Aus: Vinca u praistoriji i srednjem veku,
Galerija SANU, Beograd 1984
Ein Teil der Funde kann in einem Ausstellungsraum vor Ort besichtigt werden. Weitere befinden sich im Nationalmuseum in Belgrad und im Zentrum für archäologische Forschungen der Philosophischen Fakultät Belgrad.

Vinca heute

Von der im Laufe der fast hundert Jahre andauernden Ausgrabungen freigelegten Fläche ist leider nicht viel zu sehen. Dies liegt zum Teil daran, daß die Erosion des Bodens den Uferverlauf so geändert hat, daß manche Bereiche heute unter Wasser liegen (insbesondere die zwischen 1908-1934 untersuchten). Darüberhinaus sind die Archäologen gezwungen, die untersuchten Felder wieder aufzuschütten, damit sie nicht verwittern.
 
In solchen nachgebauten Brennöfen versuchen die Archäologen vor Ort die Brenntechnik der Vinca-Bewohner nachzuempfinden.
Das jetztige Ausgrabungsteam ist bestrebt, in Vinca ein Internationales Zentrum zur Erforschung von neolithischen Kulturen Südosteuropas zu errichten.
 
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