Kulturelle Informationen
 

Viminacium (Kostolac)

Militärlager und Hauptstadt
der Provinz Moesia Superior, 1. ­ 6. Jh.

Offizielle Viminacium-Seite: www.viminacium.org.yu
Seite des Volksmuseums in Pozarevac: www.museum-po.org.yu
Verweise zu Literatur über dieses Thema finden Sie am Ende dieser Seite.

Ausgrabungen

Viminacium (Kostolac) befindet sich ca. 13 km nördlich von Pozarevac, unweit vom Ufer der Donau.
Die ersten Beschreibungen der Lokalität stammen noch aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Die damals noch sichtbaren Umrisse der Straßen, einzelner Gebäude und der Befestigungsmauern sind heute nicht mehr zu sehen.
Die ersten archäologischen Ausgrabungen fanden Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts statt, doch erst in den siebziger Jahren des 20. Jh. hat man mit umfangreichen Ausgrabungs­ und Konservierungsarbeiten begonnen, die noch andauern. Neue Impulse haben die Forschungen 2001 erhalten, als Professor Korac die Leitung des Projektes Viminacium übernommen hat und 2002 durch die Beteiligung der amerikanischen University of Albany an dem Projekt.

Viminacium und seine Geschichte

Viminacium hat sich von einem kleineren Militärlager, das vermutlich mit der Ankunft der Römer an der Donau Anfang des 1. Jh. entstand, dank seiner strategischen Lage zu einem der größten Lager und zur Hauptstadt der Provinz Moesia Superior entwickelt. Dort war die Legio VII Claudia, später auch die IV Flavia stationiert. Viminacium stand im Mittelpunkt der Kommunikationswege auf dem Balkan. Diese Tatsache trug dazu bei, daß es auch zu einem Handelszentrum wurde, in dem Handwerk und Kunst blühten. Den Höhepunkt seiner Entwicklung erreichte Viminacium im Laufe des 3. und 4. Jahrhunderts.
Im 5. Jh. wurde Viminacium, so wie auch andere Städte am limes, von den Hunnen zerstört und, wie andere, von Justinian im 6. Jh. wieder aufgebaut. Es diente dann allerdings nur noch als militärischer Stützpunkt; seine frühere Bedeutung hat es nicht wieder erlangt.
Schon die ersten Ausgrabungen vom Ende des 19. / Anfang des 20. Jh. haben ergeben, daß das Lager eine Größe von 442 m x 385 m hatte und daß sich westlich von ihm eine Stadtsiedlung auf einer Fläche von ca. 72 ha erstreckte.
Seit den siebziger Jahren des 20. Jh., als die Ausgrabungen wiederaufgenommen wurden, haben die Archäologen Nekropolen westlich und südlich von der Siedlung erforscht. Dabei sind über 13.000 Gräber entdeckt worden, zum Teil mit wertvollen Beigaben.
Durch den Einsatz der Georadar­Technik gelang den Archälogen im Jahr 2003 ein entscheidender Durchbruch: Drei große Bauten (Porta praetoria, Thermen und ein Mausoleum) und ein sehr gut erhaltenes Aquädukt konnten freigelegt werden - Entdeckungen, die mit herkömmlichen Methoden die Arbeit mehrerer Jahre erfordert hätten.
Die Thermen hatten eine Bodenheizung. Reste der aufgefundenen Mosaiken und Fresken zeugen davon, daß der gesamte Boden mit Mosaiken bedeckt und die Wände mit Fresken bemalt waren.
Die interessanteste Entdeckung dieser Ausgrabungen ist jedoch das Mausoleum, da es noch ein Rätsel birgt: Eine DNA­Analyse soll darüber Aufschluß geben, ob dort, wie die Archäologen vermuten, tatsächlich der Imperator Hostilianus beigesetzt wurde. Dies würde eine Untersuchung ermöglichen, ob er tatsächlich, wie überliefert, an der Pest gestorben ist oder aber vergiftet wurde.
Doch diese wesentlichen Entdeckungen stellen erst den Anfang dar: Unter der Erdoberfläche wurden mithilfe von Georadar­Untersuchungen rund 20 weitere Großbauten identifiziert. Man darf gespannt sein, was in den nächsten Ausgrabungsperioden ans Tageslicht kommen wird.

Kunst

Die regen Handelsbeziehungen, die zwischen den römischen Provinzen bestanden, brachten viele Luxusgüter aus dem Westen, dem Osten sowie aus dem Mittelmeerraum nach Viminacium.
Aber auch einheimische Kunstwerkstätten in Viminacium produzierten hochwertige Kunstgegenstände, die außer in Viminacium selbst, auch Absatz in anderen Teilen des Imperium Romanum fanden.
Zu den bedeutendsten künstlerischen Entdeckungen bislang gehören sicherlich die Grabfresken. Diejenigen aus dem IV Jahrhundert sind beispielhaft für höchste Leistungen der spätantiken Malerei.

   
Wiedergabe der Postkarte Grobna freska iz IV veka,
Foto: Volksmuseum, Pozarevac
Exponate sind vor allem in Volksmuseum in Pozarevac zu sehen. Allerdings ist nur ein Bruchteil der Funde konservatorisch bearbeitet und dem allgemeinen Publikum zugänglich gemacht worden.
Weit reicher sind die Museumsdepots, in denen über 30.000 Tausend Kunstgegenstände aufbewahrt werden. Leider wurden diese schon zwei Mal zum Ziel von Schatzräubern.
 
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