Kulturelle Informationen
 

Diana (Karatas)

Römisches und frühbyzantinisches Castrum
aus dem 1. bis 6. Jahrhundert n. Chr.

Dokumentationszentrum Diana: www.ccdiana.org.yu
Natioanlpark Djerdap: www.npdjerdap.co.yu
Verweise zu Literatur über dieses Thema finden Sie am Ende dieser Seite.

Ausgrabungen und Geschichte des castrum

Die Ausgrabungsstätte "Diana" (Karatas) befindet sich ca. 5 km östlich von Kladovo am rechten Donauufer.
Die ersten Sondierungen des Terrains fanden in den sechziger und siebziger Jahren statt. Die systematischen Ausgrabungen begannen 1978 und dauern noch an.
Archäologische Untersuchungen haben ergeben, daß es sich hierbei um eins der bedeutendsten castra am römischen limes in Moesia Superior handelt, der entlang der Donau verlief.
Das Militärlager war zwischen dem 1. und dem 6. Jh. in Gebrauch. In diesem Zeitraum durchlief es Veränderungen in mehreren Bauphasen. Die erste Fortifikation (aus Holz und Erde gebaut) entstand zwischen Anfang und Mitte des 1. Jh.. Sie war nahezu quadratisch im Grundriß (110 x 95 m) und hatte vier Eingangstore, flankiert von eckigen Türmen. Die Entstehung der ersten Befestigung aus Stein wird in die Zeit Trajans datiert (Ende 1. / Anfang 2. Jh.). Das Lager wurde auf 140 x 134 m erweitert und die Türme von der Innenseite verstärkt. In der Zeit zwischen dem 2. und 4. Jh. kam es zu mehreren größeren Umbauarbeiten, die eine weitere Verstärkung der Tore, sowie Anbauten an den Türmen beinhalteten. Nach der Zerstörung durch die Hunnen im 5. Jh. erlebte das Lager eine letzte Erneuerungsphase unter Justinian ca. 530, in der das ursprüngliche Mauerwerk auf 3 m Stärke ausgebaut wurde. Noch in demselben Jahrhundert wurde das castrum vor dem Einfall der Awaren und Slaven endgültig verlassen.
Zahlreiche Funde in Diana umfassen Marmor- und Bronzestatuetten der römischen Gottheiten, Keramik, Münzen, Schmuck, Werkzeug und Waffen.
Exponate können im Nationalmuseum in Belgrad und im Krajina-Museum in Negotin besichtigt werden.

Trajans Hinterlassenschaft

Die Bautätigkeit des Imperators Trajan in dieser Gegend ist besonders hervorzuheben.
Einige Kilometer westlich von Diana steht die Tafel Trajans - Tabula Traiana. Aufgestellt im Jahr 100 n. Chr. erinnert sie an Beendigung der Bauarbeiten an einem Abschnitt der "Römischen Straße", den Trajan als Vorbereitung zum Krieg gegen Dakien bauen ließ. (Zuvor haben an der Straße auch Tiberius, Claudius und Domitian gebaut, wovon die entsprechenden Täfeln, eingemeißelt in die Klippe bei Gospodjin Vir, zeugen.)
Von den vielen römischen Lagern, Türmen, Wachposten und der Straße selbst ist heute leider nicht mehr viel zu sehen. Die meisten dieser Lokalitäten wurden beim Bau der Staudämme an der Donau überflutet. Bis heute fehlt auch eine Kennzeichnung der Stellen, wo sie sich einst befanden.
Ein zweites Bauwerk Trajans befand sich ca. 7 km flußabwärts von Diana.
Es handelt sich um die große Donaubrücke, die Moesia und Dacia verband. Sie wurde zwischen 103 und 105 gebaut, konstruiert von Apollodoros von Damaskos, einem der berühmtesten Architekten der Kaiserzeit.
Die Brücke beeindruckte mit ihren auf einem ca. 19 m breiten Postament stehenden Säulen, die 45 m in die Höhe ragten. Auch von der technischen Seite verlangte die Ausführung der Arbeit eine große Leistung: Es war erforderlich, die Donauströmung teilweise umzuleiten. Die Spuren des Armes, in den das Wasser umgeleitet wurde, sind noch heute sichtbar.
Eine Darstellung dieser Brücke ist auf der Trajanssäule auf dem Forum Romanum zu sehen.
Die Reste (oben im Bild) sind alles, was vor Ort noch von der Brücke übrig geblieben ist.
 
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