Kulturelle Informationen

Eisenzeitliche
Ausgrabungsstätten
in Serbien


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Allgemeine Charakteristika der Zeit
Als der Beginn der Eisenzeit in Serbien wird das Eindringen der sogenannten Thrako-Kimmerier in Pannonien ca. 725 v. Chr. angenommen. Mit sich brachten sie Waffen, Werkzeug und Schmuck aus Eisen, das seitdem weite Verbreitung fand. Die Spuren der Thrako-Kimmerier sind von Srem (Batina, Dalj ...) bis Kosovo (Janjevo) bezeugt. Da sie in kleineren Gruppen eintrafen, führte dies nicht zu Migrationen der einheimischen Bevölkerung und verursachte keine größeren Veränderungen in deren Kulturen.
Dies trifft insbesondere auf die erste Phase der älteren Eisenzeit (ca. 725 - 625 v. Chr.) zu, in der sich die bronzezeitliche Donja Brnjica- und Bosut-Kultur ungehindert weiter entwickeln und ihre Höhepunkte jeweils im 8. bzw. 7. Jh. v. Chr. erreichen konnten.
Für die zweite Phase der älteren Eisenzeit (ca. 625 - 525 v. Chr.) ist charakteristisch, daß sich die einzelnen ethnischen Gruppen, die uns aus den antiken Quellen namentlich bekannt sind, deutlich voneinander abgegrenzt haben. Innerhalb der Bosut-Kultur kam es zur Spaltung in zwei Gruppen: Die Gemeinschaften nördlich der Save und Donau werden in etwa den Dako-Geten zugeordnet. Sie betrieben Ackerbau und ihre Keramik wurde zunehmend einfacher in der Ausarbeitung. Die Population in Ost- und Zentralserbien identifizieren die Archäologen mit den Triballen. Sie konzentrierten sich immer mehr auf die Viehzucht und die Jagd, und ihre Keramik befand sich ebenfalls auf dem absteigenden Ast.
Die Gebiete der Donja Brnjica-Kultur in Westserbien, Pomoravlje sowie Kosovo und Metohija wurden von den Dardanern bewohnt. Zu dieser Zeit drangen aber in Westserbien der illyrische Stamm der Autariaten aus dem Glasinac-Gebiet und in die Metohija die eigentlichen Illyrier (Illyrioi proprie dicti - in den antike Quellen) aus Nordalbanien ein.
Die dritte Phase der älteren Eisenzeit (ca. 525 - 350 v. Chr.) wird charakterisiert durch einen regen Austausch der Kulturgüter und Rohstoffe zwischen den verschiedenen Populationen. Die Hellenisierung der Dardaner und der Triballen fängt zu dieser Zeit an, während illyrische Gemeinschaften noch traditionell leben.
Mit dem Erscheinen der Kelten fängt die jüngere Eisenzeit (ca. 335 - 1. Jh. n. Chr.) an. Sie haben sich zunächst im Bereich der Mündung der Save in die Donau angesiedelt und dabei neben anderen Siedlungen auch Singidunum (Belgrad) gegründet. Schon im 3. Jh. v. Chr. haben sie die Triballen bezwungen und haben sich seitdem kontinuierlich auch in das Gebiet der Geten und Autariaten ausgebreitet. Aus der Vermischung der Kelten und der bezwungenen Ethnien bildete sich der in der Geschichte als Scordisci bekannt gewordene Volksstamm. Somit wurden die alten territorialen Abgrenzungen endgültig verwischt und in kultureller Hinsicht wurde die hellenistische Zivilisation dominierend.
Historische Dokumente über die Scordisci sind weit bedeutender als das archäologische Material. Besonders spärlich ist das Material, das sich auf deren Anfangszeit bezieht. Dagegen ist das 1. Jh. v. Chr. - die Zeit in der die Macht der Scordisci schon schwindet - relativ gut archäologisch dokumentiert.
Anfang des 1. Jh. n. Chr. wurden alle von den alteingesessenen Stämmen bewohnten Gebiete dem Imperium Romanum angeschlossen. Die Dardaner und die Scordisci konnten in den ersten beiden Jahrhunderten ihre jeweilige kulturelle Eigenart noch bewahren, aber im Laufe des 3. Jh. verschwanden alle Unterschiede, die es unter den ethnischen Gruppen vor der Ankunft der Römer auf dem Balkan gab.
 
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