Kulturelle Informationen
 

Sirogojno

Ethno­Park auf dem Berg Zlatibor

Verweise zu Literatur über dieses Thema
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Sirogojno

Das "Alte Dorf" in Sirogojno ist das älteste Freiluftmuseum oder der älteste Ethno­Park in Serbien. Es befindet sich auf dem Berg Zlatibor, ca. 30 km südlich von Uzice.
Um 1980 sind einige Ethnologen auf die Idee gekommen, verlassene, in der Volkstradition gebaute Häuser aus der Umgebung von Sirogojno an einem gemeinsamen Ort zu versammeln, um sie zu erhalten und einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Die Konzentration der Gebäude an einem Ort sollte zugleich der Erforschung der Volksbaukunst dienen. Dieses Projekt wurde schon Mitte der Achtziger Jahre abgeschlossen.
Auf diese Weise entstand ein ganzes Dorf mit über 40 Objekten, die bis auf 4 alle authentisch sind. Das Dorf spiegelt die Lebensweise einer Großfamilie aus dieser Gegend wider. Es besteht aus einem Haupthaus und vielen Nebenobjekten die zusammen die sogenannte "Okucnica" bilden.
Auf einem abschüssigen Berghang errichtet, sind diese Häuser immer zweiteilig: Der untere Teil ist aus Naturstein erbaut und dient als Keller. Im oberen Teil, der aus Holz gebaut und mit einem steilen, vierseitigen Dach gedeckt ist, befinden sich die Wohnräume. Im Haupthaus war die einzige Feuerstelle für die gesamte Familiengemeinschaft, an der sich die Mitglieder zum Essen versammelten. Das Schlafzimmer benutzte man auch für festliche Tafeln. Im Haupthaus wohnten die ältesten Mitglieder der Gemeinde. Die jüngeren verheirateten Paare hatten eigene kleine Hütten mit einem Raum, in dem häufig nur ein Bett vorhanden war ­ die sogenannten "Vajate" (siehe Eingangsbild).
Weitere Objekte dienten dem Lebensunterhalt der Familie, wobei jedes einen speziellen Zweck hatte: Herstellung von Milchprodukten; Speicher für Getreide, bzw. für Mais; eine Hütte nur zum Trocknen von Pflaumen; in einer anderen wurde Schnaps aus Pflaumen gebrannt. Auch der Ofen zum Brotbacken war in einem eigens dafür gebauten Raum untergebracht, ebenso wie die Bienenkörbe.
Die Viehställe befanden sich etwas abseits der Haushaltsgebäude.
Alle Häuser im Ethno­Park sind mit authentischen Haushaltsgeräten und Werkzeug ausgestattet. Einige von ihnen wurden etwas umgebaut und diversenBedürfnissen und Programmen des Museums angepaßt.
Besondere Aufmerksamkeit wird hier der Pflege des traditionellen Handwerkes gewidmet. In speziellen Werkstätten können sich Besucher mit Böttcher- und Schmiedearbeiten sowie mit der Töpferei vertraut machen.
Wechselnde Austellungen in einem dafür angelegten Haus geben einen Einblick in die Produkte des Kunsthandwerks dieser Gegend. Zu den wichtigsten religiösen Feiertagen werden regelmäßig die entsprechenden Bräuche im Rahmen spezieller Austellungen erläutert. Im kleinen Amphitheater vor dem Museum finden in den Sommermonaten verschiedene Kulturveranstaltungen statt.
Alte "Vajate" ­ Hütten für junge Paare ­ stehen Besuchern als Appartements für die Übernachtung zur Verfügung; sie sind aber mit modernen Küchen ausgestattet.
Die Kirche der Heiligen Petrus und Paulus mit einem alten Friedhof befindet sich außerhalb des eigentlichen Ethno­Parks, bildet aber eine Einheit mir ihm.   Die Aussicht: Das Dorf ist so gelegen, daß man in alle Richtungen einen wunderschönen Ausblick auf die bergige Landschaft hat.
 
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