Kulturelle Informationen
 

Ravanica

Kloster aus dem 14. Jahrhundert

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Ravanica und seine Geschichte

Die Klosteranlage befindet sich in den Bergen östlich vom Ort Paracin.
Als eine Stiftung des Fürsten Lazar (1371-1389) wurde sie zwischen 1375 und 1381 erbaut. Der Komplex umfaßt eine Kirche mit fünf Kuppeln, diverse Wirtschaftsgebäude, Mönchszellen und ein Refektorium und war mit einer Befestigungsmauer mit sieben Türmen umschlossen.
Nach dem Tod des Fürsten in der Schlacht von Kosovo (1389) wurde sein Leichnahm hier begraben.
Dies führte dazu, daß in dieser Gegend sehr rasch ein Kult um ihn entstand. Es entwickelten sich mündliche und schriftliche Überlieferungen, in denen die Nationalkultur und die Erinnerung an Kosovo gepflegt wurden, weshalb das Kloster häufige Zerstörungen von Seiten der Türken erlitt (1396, 1398, 1436 und 1686/7). Die letzte Zerstörungswelle zwang viele Priester zum Auswandern, wobei sie auch den Sarg mit den Überresten des Fürsten Lazar mitnahmen. So begann für ihn eine lange Reise, die über Szentendre nahe Budapest, das Kloster Vrdnik auf Fruska Gora und die Belgrader Kathedrale führte und erst 1989 endete, als seine Überreste nach Ravanica zurückgebracht wurden.

Architektur und Kunst

Ravanica ist das erste Denkmal der Morava-Schule gewesen, und hat großen Einfluß auf die Bauten der Folgezeit ausgeübt. Architektonisch wurden erfolgreich altbyzantinische und altserbische Tradition mit neuen Elementen kombiniert, wobei man auf eine trikonchale Grundrißform zurückgriff. Im Äußeren ist ein gleichmäßiger Rhythmus zu beobachten, der auf die Verwendung von abwechselnden Reihen jeweils einer Steinschicht und dreier Ziegelsteinschichten beruht. Dies verleiht dem ganzen Gebäude eine vertikale Ausrichtung, die durch den Einbau von fünf Kuppeln noch verstärk wird.
Die reichlich benutzte zweidimensionale Fassadendekoration wird hier zum ersten Mal in dieser Form und Menge eingesetzt - insbesondere um das Fenster und das Portal herum.
Aus: Mirjana Ljubinkovic, Manastir Ravanica;
Republicki zavod za zastitu spomenika kulture,
Beograd 1996
Auch die Wandmalerei in Ravanica (entstanden zwischen 1376 und 1387) war wegweisend für die Dekoration der Kirchen, die in der kurzen Blütezeit der Morava-Schule (1371-1427 ) erbaut wurden.
Die kompositionelle Einheit der Fresken ist nach Übereinstimmung der Kunsthistoriker in der Folgezeit nicht übertroffen worden. Ein thematisches Merkmal der Fresken von Ravanica ist, daß so viele alttestamentarische Figuren dargestellt wurden, wie in keiner anderen serbischen Kirche. Die Figuren sind länglich und individualistisch dargestellt. Im Kolorit überwiegen dunkle, gelbe und Erdtöne. Der Einsatz vom Schatten- und Lichtspiel bei der Modellierung der Figuren gilt in Ravanica als einmalig, da es weder Vorläufer noch vergleichbar gute Nachahmer dieser Technik in der serbischen Freskomalerei gab.
Die Fresken sind leider ziemlich beschädigt oder ausgeblichen. Dennoch zeugen sie von einem sehr hohen künstlerischen Niveau, auch wenn sie von verschiedenen Malern stammen und nicht alle von einheitlicher Qualität sind.
 
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