Kulturelle Informationen
 

Manasija (Resava)

Kloster aus dem 15. Jahrhundert

Verweise zur Literatur über dieses Thema finden Sie am Ende dieser Seite.

Manasija (Resava) und seine Geschichte

Das Kloster befindet sich wenige Kilometer nördlich vom Ort Despotovac, an dem kleinen Fluß Resava.
Die Anlage entstand in der Zeit zwischen 1407 und 1418, vor der endgültigen Eroberung der serbischen Länder seitens der Türken, in der relativer Frieden und künstlerischer Aufschwung herrschten. Manasija ist eine Stiftung des Despoten Stefan Lazarevic (1389-1427) des Sohnes des Fürsten Lazar (1371-1389) - die letzte große Stiftung eines serbischen Herrschers vor dem Verlust der staatlichen Unabhängigkeit.
Für sein Lebenswerk verpflichtete Stefan die besten Architekten, Handwerker und Maler der Zeit. Er sorgte auch dafür, daß sich gelehrte Mönche dort niederließen, die eine rege Schreibtätigkeit entwickelten. Sie haben maßgeblich dazu beigetragen, daß ein Großteil der serbischen mittelalterlichen Literatur erhalten und weiterentwickelt wurde. Die Wirkung dieser Mönche ist in die Geschichte unter dem Namen "Resava-Schule" eingegangen.
Ruinen der berühmten Schreiberschule
Nach dem Tode Stefans ging es dem Kloster allmählich schlechter. Berühmt für seinen Reichtum, war es ständig das Ziel türkischer Angriffe: 1439, 1456 und zuletzt 1458, als es unter türkische Kontrolle kam. Auch unter den Türken konnten die Mönche ihr Leben und ihre Tätigkeit im Kloster, wenn auch eingeschränkt, bis Mitte des 16. Jh. fortsetzen.
Mitte des 18. Jh. hört man zum ersten Mal wieder von diesem Kloster - unter dem heutigen Namen Manasija. Das Interesse an dem Kloster wird wieder erweckt, und Anfang des 19. Jh. werden erste Anstrengungen zur Erneuerung der Anlage unternommen.
Die erste umfangreiche Restaurierung erfolgt im Jahr 1844 und ist auf den Fürsten Milos zurückzuführen. In der Neuzeit sind die Arbeiten 1956 wieder aufgenommen worden und dauern, mit wenigen Unterbrechungen, noch an.

Architektur und Kunst

Kirche, Wohnräume für Mönche, Wirtschaftsgebäude und Refektorium waren von einer gewaltigen Befestigungsmauer umgeben, die 3 m dick und 12 - 15 m hoch war und 11 Verteidigungstürme hatte. Der sog. "Turm des Despoten" (links im Bild) war mit Wohnräumen auf mehreren Etagen und mit Lagerräumen für Wasser und Weizen als Hauptverteidigungspunkt ausgebaut. Er hatte nur einem einzigen Eingang auf ca. 10 m Höhe. Mit einer Gesamthöhe von ca. 35 m überragte er bei weitem alle anderen Türme der Befestigungsmauer.
Was sowohl den Grundriß, als auch die Konstruktionselemente der Kirche betrifft, hat sich der Architekt mit wenigen Abeichungen eng an das Beispiel Ravanica gehalten.
Am auffälligsten ist der Unterschied in der äußeren Gestaltung: die Fassade von Manasija ist aus glatt gehauenem Sandstein gearbeitet (der typische Wechsel von Sandstein und rotem Ziegelstein fehlt gänzlich), die Fassadendekoration ist entgegen den Bräuchen der Morava-Schule sehr spärlich und das Äußere spiegelt die innere Raumverteilung wider (was auf etwas ältere serbische Architektur zurückgeht).
Im Allgemeinen sind die Fresken (entstanden zugleich mit dem Kirchenbau 1407-1418) schecht erhalten. Die erhaltenen zählen jedoch zu den schönsten aus dem mittelalterlichen Serbien und gelten als das letzte Meisterwerk der byzantinischen Kunst. Obwohl sie von mehreren Malern geschaffen wurden, zeigen sie kaum Qualitätsunterschiede.
In der Thematik dominieren Szenen mit verschiedenen Wundern Christi, alttestamentarische Propheten, heilige Krieger sowie bekannte und unbekannte Märtyrer (in großer Zahl und sehr gut erhalten).
Viele Chronisten und Reisende haben Manasija mit höchstem Lob beschrieben: von den zeitgenössischen byzantinischen Autoren, dem österreichischen Prinzen Karl Württemberg bis zu Franz Kanitz, der Manasija zum bedeutendsten Bau in Serbien erklärte.
Bereits im 15. Jh. hat Manasija als Vorbild für viele Kirchen gedient, aber im 18. und 19. Jh. galt sie als Symbol des Nationalstils und fand entsprechend viele Nachahmer.
 
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