Kulturelle Informationen
 

Sopocani

Kloster aus dem 13. Jahrhundert

Verweise zu Literatur über dieses Thema
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Sopocani und seine Geschichte

 
Das Kloster Sopocani befindet sich ca. 15 km westlich von Novi Pazar. Die Klosteranlage umfaßte die Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit, und die für das Klosterleben nötigen Gebäude.
In Ermangelung von schriftlichen Informationen über die Entstehungszeit des Kirchengebäudes und dessen Bemalung, sind die Kunsthistoriker für ihre Schußfolgerungen auf die Wandmalereien selbst und die dort dargestellten historischen Persönlichkeiten angewiesen. So geht man davon aus, daß die Kirche in den sechziger und die Fresken in den siebziger Jahren des 13. Jh.fertiggestellt wurden.
Die Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit wurde als Familienmausoleum gebaut. Tatsächlich sind dort der Stifter selbst, Uros I, und seine Mutter Anna Dandolo beigesetzt, sowie Mitglieder des engeren Familienkreises. Auch der Vater von Uros I, Stephan der Erstgekrönte, lag dort lange Zeit begraben. Seine Überreste wurden aber im Laufe der Zeit mehrmals vor dem Ansturm der Türken von den Mönchen an andere Orte in Sicherheit gebracht. Heute befinden sie sich im Kloster Studenica.
Die ersten großen Verluste erlitt Sopocani nach der Schlacht von Kosovo (1389): Das Kloster wurde geplündert und die Mönche hingerichtet. Die Überreste des verstorbenen Königs Stephan konnten sie noch rechtzeitig in Sicherheit bringen.
Die Klostergemeinschaft erlebte wechselvolle Zeiten bis zum Jahr 1689, als Sopocani in den Türkisch­Österreichischen Kriegen, wie es schien, für immer zerstört wurde.
Im Jahr 1926 fand der erste nennenswerte Wiederaufbau in der neueren Zeit und nach dem Zweiten Weltkrieg eine fachkundige Restaurierung und Konservierung der Fresken statt.

Architektur und Kunst

 
 
Die Kirche ist ein einschiffiger Bau im Stil der "Raska­Schule" mit der Apsis an der Ostseite und mit Naos und Pronaos, an deren Seiten Chöre und Kapellen angebaut sind. Über dem Naos erhebt sich die Kuppel mit acht Fenstern, die auf einem kubischen Postament steht.
Wie auch andere Kirchen dieses Stils, weist auch die Kirche von Sopocani in der äußeren Gestaltung Einflüsse der Romanik auf: Portale und Fenster sind mit weißem Marmor umrahmt und unter dem Dach verläuft ein Arkadenfries. Wodurch sich aber das Äußere von Sopocani erheblich von den älteren Kirchen der "Raska­Schule" unterscheidet, ist die Überdachung aller Seitenräume mit einem gemeinsamen Dach: Dadurch erhält die Kirche den Anschein eines dreischiffigen Baus.
In den dreißiger Jahen des 14. Jh. wurden an der Westseite noch ein Exonarthex und ein dreistöckiger Glockenturm angebaut.
Wiedergabe der Postkarte Manastir Sopocani,
Apostel Johannes, Foto: Museum der
Serbischen Orthodoxen Kirche
Die ältesten erhaltenen Fresken aus dem 13. Jh., die sich im Naos, Pronaos und in den daran angrenzenden Kapellen befinden, sind zugleich die wertvollsten. Sehr deutlich ist der Unterschied in der künstlerischen Darstellung der Fresken in Naos und Pronaos, der jedoch nicht nur auf die unterschiedlichen Maler zurückzuführen ist: Während im Naos neutestamentarische Szenen dominieren, die hell im Kolorit sind und hellenistische Anmut besitzen, sind im Pronaos und seinen Kapellen alttestamentarische Kompositionen gemalt, deren Kolorit dunkel ist. Hier wird die emotionale Anteilnahme der dargestellten Figuren durch heftige Körperbewegungen ausgedrückt. Diese differenzierte Malerei im Naos und Pronaos, die charakteristisch für die byzantinische Kunst des 11. und 12. Jh. war, hat sich in Serbien im Laufe des 12. und 13. Jh. etabliert.
Im Jahr 1979 wurde das Kloste Sopocani in die UNESCO Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.
 
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