Kulturelle Informationen
 

Gradac

Kloster aus dem 13. Jahrhundert

Verweise zu Literatur über dieses Thema
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Gradac und seine Geschichte

Gradac befindet sich ca. 10 km westlich von Brvenik auf den Ausläufern der Gebirges Golija. Die Klosteranlage umfaßte die Kirche der Mutter Gottes, eine kleine Kapelle des Hl. Nikolas und die für das Klosterleben nötigen Gebäude. Von den letztgenannten sind nur etwa 1 m hohe Grundmauern übriggeblieben.
Den dürftig vorhandenen Informationen zufolge sind die Gründer des Klosters Uros I (1243-1276) und seine Frau Hellena von Anjou gewesen. Die Kirche war als Mausoleum für die beiden geplant. Uros I, der einige Jahre vor seiner Frau starb, wurde jedoch in Sopcani, die Königin dann im Jahr 1314 in Gradac allein beigesetzt.
Reiche Schenkungen zu Lebenszeit der Königin ermöglichten ein blühendes Klosterleben in Gradac, das bis in die Mitte des 15. Jh. bezeugt ist. Die Tatsache, daß ihr Leichnahm hier aufbewahrt wurde, brachte dem Kloster großes Ansehen und bewog auch nach ihrem Tod viele Mönche, sich dort niederzulassen.
Danach hört man von Gradac erst wieder gegen Ende des 16. Jh. - eine dachlose Kirche, nur von einem einzigen Mönch bewohnt. Endgültig wurde es während der Türkisch - Österreichischen Kriege Ende des 17. Jh. aufgegeben und verfiel über weitere drei Jahrhunderte.
Erst nach dem Zweiten Weltkrieg begannen umfangreiche Untersuchungen. In dreizehnjähriger Arbeit konnte den beiden Kirchen ihre ursprüngliche Form und ihr Aussehen zurückgegeben werden. Die wenigen erhaltenen Fresken wurden gesäubert und konserviert. Im der oben gezeigten Abbildung ist eine dunkle Linie zu sehen, die die Grenze zwischen den erhaltenen Ruinen und dem restaurierten Teil der Kirche markiert (dies ist in der vergrößerten Darstellung deutlicher zu erkennen).
Heute ist Gradac ein Frauenkloster.

Architektur und Kunst

Architektonisch ist es den Baumeistern von Gradac gelungen, verschiedene Stilelemente miteinander zu verbinden. Der Grundplan und die Raumverteilung sind typisch für die Architektur der "Raska-Schule". Dabei diente als Vorbild insbesondere Studenica.
Viele Details sind jedoch unter dem Einfluß der Gotik entstanden (oktogonaler Tambour, Strebpfeiler, Ornamentik an den Außenwänden, Fenstern und Portalen), was in der Herkunft der Hellena von Anjou begründet ist: Als Katholikin, die ihr ganzes Leben lang sehr gute Verhältnisse zu katholischen Kreisen pflegte, bestellte sie die Baumeister für Gradac aus dem Westen.
Die gesamte Innen- und Außendekoration ist in weißem Marmor ausgearbeitet. Ein besonderes Merkmal ist die individuelle Verzierung aller Fenster.
Wiedergabe der Postkarte Manastir Gradac,
Prophet Gideon, Foto: Museum der
Serbischen Orthodoxe Kirche
In der Zeit als die Kirche ohne Dach war, waren die Fresken stark der Witterung ausgesetzt. Daher sind nur wenige erhalten und diese auch nur in schlechtem Zustand.
Sie sind alle zur gleichen Zeit entstanden, und zählen zu den subtilsten serbischen Fresken des 13. Jh. Deren Meister hatten zwei große Vorbilder: Studenica, was die Anordnug der Themen betrifft, und Sopocani, was die stilistische Ausarbeitung angeht.
Thematisch dominieren Szenen der großen Kirchenfeste und Darstellungen der Mitglieder der Nemaniden-Familie. Im Kolorit der Kleidung überwiegen grüne und rote Töne und die Gesichter sind häufig weiß umrahmt.
 
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