Kulturelle Informationen
 

Crna Rijeka

Kloster aus dem 13. (bis 15.) Jahrhundert

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Crna Rijeka und seine Geschichte

 
Das Kloster Crna Rijeka befindet sich ca. 3 km vom Ort Ribarici entfernt. Den genauen Zeitpunkt seiner Entsehung kann man nicht mit Sicherheit bestimmen. Die Annahmen der Kunsthistoriker und Archäologen diesbezüglich reichen vom 13. bis zum 15. Jahrhundert.
Übereinstimmend wird angenommen, daß die dem Erzengel Michael gewidmete Höhlenkapelle der älteste Bestandteil des Klosterkomplexes ist. Sie datiert aus der Zeit vor der Ankunft des Hl. Ioanikios von Devic im 14. Jh., der als Gründer des Klosters gilt.
Über die Namensgebung ­ Crna Rijeka (Schwarzer Fluß) ­ erzählen die Mönche gerne folgende Legende: Als Ioanikios von Devic hierher kam und wegen des Getöses des unterhalb vom Kloster vorbeirauschenden ­ bis dahin weiß genannten ­ Flusses keine Ruhe für sein Gebet fand, verfluchte er den Fluß und bat Gott zugeich, der Fluß möge verschwinden. Gott erbarmte sich und ließ den Fluß oberhalb des Klosters unter die Erde eintauchen und erst 500 m unterhalb des Klosters wieder an die Oberfläche kommen.
Die Stelle in der Höhle, wo Ioanikios betete und wo, laut Erzählung der Mönche, noch Abdrücke seiner Schulter im Stein zu sehen sind, wird für heilig gehalten.
Die nach der Klostergründung ältesten Zeugnisse vom Mönchsleben im Kloster stammen aus dem 17. Jh. Man kann daher nur Vermutungen darüber anstellen, daß das Kloster auch in der Zwischenzeit bewohnt war.
Neben Ioanikios von Devic, ist mit diesem Kloster der Name eines anderen großen serbischen Heiligen untrennbar verbunden ­ der des Hl. Petrus von Korisa. Er lebte zwar hier nicht als Mönch, aber das Kloster beherbergt seine Reliquien, seit sie aus Korisa vor den Türken in Sicherheit gebracht wurden. Sie stellen heute das größte Heiligtum des Klosters dar.
Über den genauen Termin für die Überführung der Reliquien herrscht unter den Forschern keine Einigkeit: Die Zeitspanne reicht von 1572 bis 1840.

Architektur und Kunst

 
Das an den Felshang gebaute Kloster erstreckt sich über vier Etagen. Mit dem gegenüberliegenden Flußufer ist es durch eine Holzbrücke verbunden. Einst war sie beweglich, sodaß man sie bei Gefahr hochziehen konnte ­ das Kloster glich dann einer uneinnehmbaren Festung.
Die erste Etage beherbergte früher ein "Krankenhaus" (auch "Irrenanstalt" genannt), in welchem Kranke untergebracht wurden, die Heilung durch die Wirkung der Reliquien des Hl. Petrus von Korisa suchten.
Auf der zweiten Etage befinden sich zwei Mönchszellen und ein Balkon.
Die Quelle des Erzengels Michael, von der man glaubt, daß sie Heilkräfte besitzt, und die Kirche befinden sich auf der dritten Etage. Diese besteht aus einem einschiffigen Raum von ca. 7 m x 3,2 m und paßt sich an die natürliche Felshöhle an, in der sie sich befindet.
Auf der vierten Etage befanden sich früher das Refektorium, die Küche und die Backstube: Diese sind nun in ein besonderes Gebäde am anderen Ufer ausgelagert (zu sehen auf den nebenstehenden Bildern).
Die Konservierung der stark verrußten Fresken vollzog sich, angefangen im Jahr 1969, in mehreren Phasen bis heute.
Aufgrund einer beschädigten Inschrift konnte man die Wandmalerei in die Zeit um 1600 datieren. Es handelt sich um das Werk des bedeutendsten serbischen Malers der Zeit ­ Longin. Bedingt durch die räumliche Einschränkung, ist der Themenkreis nicht sehr breitgefächert. Eine zentrale Stellung haben zwei Zyklen: Das Leiden Christi und die Großen Kirchenfeste.
Der Stifter der Malerei war gewisser adeliger Nikola, der fast in Lebensgröße dargestellt ist.
Das Kloster Crna Rijeka hatte auch eine bedeutende Rolle für die serbische Kulturgeschichte: Es besaß eine reiche Bibliothek, die aus Handschriften, Pergamenten und gedruckten Büchern bestand. Davon ist vieles im Laufe der Zeit zerstört worden oder verschwunden. Im Skriptorium des Klosters sind viele Abschreiber der heiligen Bücher tätig gewesen, und seit dem Jahr 1898 gab es hier auch eine Internatsschule.
 
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