Kulturelle Informationen
 

Smederevo

Festung aus dem 15. Jahrhundert

 
Verweise zur Literatur über dieses Thema finden Sie am Ende dieser Seite.

Smederevo und seine Geschichte

Nach dem Tod von Despot Stefan Lazarevic (1427) wurde Belgrad als bisherige Hauptstadt des Despotats, gemäß einem entsprechenden Abkommen, an die Ungarn übergegeben. Vor dem Aufmarsch der Türken war Eile geboten, eine neue befestigte Hauptstadt zu etablieren. Die Wahl fiel auf einen bis dahin unbesiedelten Bereich an der Mündung des Flüßchens Jezava in die Donau.
 
In nur drei Jahren (1428-1430) wurde die sogenannte "Kleine Stadt" errichtet, in der der Herrscherhof untergebracht war, und im Laufe des nächsten Jahrzehnts auch die sogenannte "Große Stadt" - eine ca. 10 ha große durch Mauern und Türme befestigte Fläche im Bereich vor dem Hof.
Smederevo fiel 1439 zum ersten Mal in türkische Hände, die es bis 1444 hielten, als die Stadt entsprechend den Bestimmungen des "Szegediner Friedens" an die Serben zurückgegeben wurde.
Der Fall von Smederevo 1459 bedeutete zugleich das Ende des mittelalterlichen serbischen Staates. Die Befreiung von Smederevo begann Anfang des 19. Jh. und führte zum endgültigen Rückzug der Türken aus der Stadt im Jahr 1867.

Architektur

Smederevo ist das letzte und gewaltigste Beispiel der serbischen, mittelalterlichen Militärbaukunst. Seinen Grundriß in Form eines Dreiecks verdankt die Fortifikation ihrer Lage an der Mündung zweier Flüsse.
Die "Kleine Stadt" bildet eine Einheit für sich. Dort befand sich der Hof des Despoten Djurdje Brankovic, der aus einem Wohnbereich und einem repräsentativen Palast bestand. Von diesen Bauten sind nur noch Fundamente zu sehen.
Die Schutzmauer zum Süden, d.h. zu der "Großen Stadt" hin, wird durch 4 mächtige Türme verstärkt; der Hauptturm (der Donjon­Turm) befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite, an der nordöstlichen Ecke.
Die "Kleine Stadt" war von der "Großen Stadt" durch einen Wassergraben abgetrennt, der eine Verbindung zwischen den Flüssen Jezava und Donau herstellte.
Vor der Hauptmauer an der nördlichen Seite zur Donau hin befindet sich eine niedriegere Außenmauer mit Schießscharten für Kanonen.
Die Mauern der "Großen Stadt" wurden durch 19 Verteidigungstürme verstärkt. Davon befanden sich 11 an der Südseite, 3 an der Ostseite und 5 an der Westseite. An der Außenschutzmauer um die Fortifikation herum befinden sich noch 4 polygonale Türme, die von den Türken um 1480 erbaut wurden. Darüberhinaus war die Südseite zusätzlich durch einen Wassergraben geschützt. Im Bereich der "Großen Stadt" befanden sich unter anderem administrative Gebäude.
Im südöstlichen und im zentralen Bereich sind Fundamente von jeweils einer Kirche entdeckt worden.
In den beiden Weltkriegen hat die Festung erhebliche Schäden erlitten, insbesondere 1941 bei einer gewaltigen Munitionsexplosion, durch die die Südfront fast gänzlich zerstört wurde.
Die Aufräumungsarbeiten fingen 1947 an und die ersten Restaurierungs­ und Konservierungsarbeiten 1968. Mit kleineren und größeren Unterbrechungen dauern sie heute noch an.

Funde aus der Fortifikation können im Museum in Smederevo besichtigt werden.
 
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